Sicherheit zuerst: Ein Leitfaden für verantwortungsvolles Spielen und Prävention

Wichtiger Hinweis vorab: Glücksspiel ist für Personen unter 18 Jahren gesetzlich verboten. Glücksspiel kann süchtig machen. Wenn Sie das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren, suchen Sie bitte sofort professionelle Hilfe.
BZgA-Hotline: 0800 1 37 27 00 (kostenlos und anonym)

1. Unsere Philosophie: Warum Spielerschutz an erster Stelle steht

Glücksspiel sollte immer nur eines sein: eine Form der Unterhaltung. Es ist ein Freizeitvergnügen, ähnlich wie ein Kinobesuch oder ein Abendessen im Restaurant – man bezahlt einen Preis für eine gute Zeit, ohne die Erwartung, mit mehr Geld nach Hause zu gehen. Doch wir wissen, dass für manche Menschen aus diesem Spiel bitterer Ernst werden kann.

Als seriöser Anbieter sind wir uns der Risiken bewusst, die mit Glücksspielen verbunden sind. Wir betrachten es nicht als lästige Pflicht, sondern als moralische und gesetzliche Notwendigkeit, unsere Spieler umfassend aufzuklären und zu schützen. Wir wollen, dass Sie sicher spielen. Das bedeutet, dass wir Werkzeuge, Informationen und Barrieren bereitstellen, die verhindern sollen, dass das Spiel negative Auswirkungen auf Ihr Leben, Ihre Finanzen oder Ihr soziales Umfeld hat.

Verantwortungsvolles Spielen bedeutet, informierte Entscheidungen zu treffen und Grenzen zu kennen, bevor man sie überschreitet. Dieser Leitfaden soll Ihnen helfen, Ihr Spielverhalten kritisch zu hinterfragen und die Kontrolle zu behalten.

2. Der rechtliche Rahmen: Sicherheit durch den GlüStV 2021

In Deutschland ist das Glücksspiel streng reguliert, um Spieler maximal zu schützen. Grundlage hierfür ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Diese Gesetzgebung hat das Ziel, den Schwarzmarkt zu bekämpfen und das Spiel in geordnete, überwachte Bahnen zu lenken.

Für Sie als Spieler bedeutet dies konkrete Schutzmechanismen, an die sich jeder legale Anbieter halten muss:

Diese Regeln sind keine Schikane, sondern essenzielle Sicherheitsgurte in einer Umgebung, die Risiken birgt.

3. Warnsignale: Wann wird aus Spaß Ernst?

Spielsucht entwickelt sich oft schleichend. Es ist selten ein einzelnes Ereignis, sondern ein Prozess, bei dem sich das Verhalten und die Wahrnehmung verändern. Es erfordert Mut und Ehrlichkeit, sich selbst im Spiegel zu betrachten.

Achten Sie auf folgende Warnsignale bei sich selbst oder Angehörigen. Treffen mehrere dieser Punkte zu, besteht dringender Handlungsbedarf:

  1. Gedankliche Vereinnahmung: Ihre Gedanken kreisen im Alltag ständig um das nächste Spiel, vergangene Gewinne oder Strategien, um Geld für das Spielen zu beschaffen.
  2. Toleranzentwicklung: Sie müssen Einsätze stetig erhöhen, um noch den gleichen Nervenkitzel oder die gleiche Befriedigung zu spüren.
  3. Verlustjagd (Chasing Losses): Nach einem Verlust versuchen Sie krampfhaft, das verlorene Geld durch sofortiges Weiterspielen "zurückzugewinnen". Dies führt meist zu noch höheren Verlusten.
  4. Verheimlichung: Sie lügen Familienmitglieder oder Freunde an, um das Ausmaß Ihres Spielens oder die Höhe der Verluste zu vertuschen.
  5. Entzugserscheinungen: Sie reagieren gereizt, unruhig oder ängstlich, wenn Sie versuchen, das Spielen einzuschränken oder aufzuhören.
  6. Fluchtmechanismus: Sie spielen, um negativen Gefühlen wie Hilflosigkeit, Schuld, Angst oder Depressionen zu entkommen.
  7. Finanzielle Risiken: Sie setzen Geld ein, das eigentlich für Miete, Lebensmittel oder Rechnungen gedacht war. Sie leihen sich Geld, um spielen zu können.
  8. Sozialer Rückzug: Sie vernachlässigen Hobbys, Freunde oder berufliche Verpflichtungen zugunsten des Glücksspiels.
  9. Kontrollverlust: Mehrfache Versuche, das Spielen zu kontrollieren, zu reduzieren oder aufzugeben, sind gescheitert.
  10. Reue: Nach dem Spielen fühlen Sie sich oft schuldig, beschämt oder niedergeschlagen.
Fragen zur Selbstreflexion:
  • Haben Sie schon einmal gespielt, bis Ihr letztes Geld weg war?
  • Haben Sie sich jemals Geld geliehen oder etwas verkauft, um spielen zu können?
  • Haben andere Leute Ihr Spielverhalten bereits kritisiert?
  • Fühlen Sie sich nach dem Spielen schlechter als vorher?

4. Das OASIS-Sperrsystem: Ihr Notausstieg

Das wichtigste Instrument des deutschen Spielerschutzes ist das OASIS-System (Onlineabfrage Spielerstatus). Es handelt sich um eine bundesweite Sperrdatei, die vom Regierungspräsidium Darmstadt verwaltet wird.

Wie funktioniert OASIS?

Sobald eine Sperre in OASIS eingetragen ist, ist Ihnen der Zutritt zu allen legalen Glücksspielangeboten in Deutschland verwehrt. Dies betrifft Online-Casinos, Sportwetten, aber auch Spielhallen und Spielbanken vor Ort.

Arten der Sperre:

Der Weg zur Selbstsperre:

Sie können sich jederzeit unkompliziert sperren lassen. Formulare finden Sie direkt beim Regierungspräsidium Darmstadt oder über den folgenden Link: www.oasis-spiel.de

Wichtig: Eine Sperre endet nicht automatisch. Nach Ablauf der Mindestdauer müssen Sie einen schriftlichen Antrag auf Entsperrung stellen. Dies dient als zusätzliche Hürde, um sicherzustellen, dass die Entscheidung zur Rückkehr wohlüberlegt ist.

5. Externe Hilfe und Beratungsstellen

Wenn Sie merken, dass Sie Hilfe brauchen, sind Sie nicht allein. In Deutschland gibt es ein hervorragendes Netzwerk aus professionellen, kostenlosen und auf Wunsch anonymen Beratungsstellen. Es ist kein Zeichen von Schwäche, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen, sondern ein Zeichen von Stärke und Verantwortung.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Die BZgA bietet umfassende Informationen und ein Beratungstelefon.

  • Telefon: 0800 1 37 27 00 (Kostenlos, anonym)
  • Webseite: www.bzga.de
  • Zeiten: Montag bis Donnerstag von 10 bis 22 Uhr, Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr.

Check dein Spiel

Ein spezifisches Angebot der BZgA mit Selbsttests, Online-Beratungsprogrammen und Datenbanken für Hilfsangebote vor Ort.

Spielen mit Verantwortung

Eine Initiative der Bundesländer, die ebenfalls Aufklärung und Hilfe vermittelt.

Was erwartet Sie dort? Die Berater sind psychologisch geschult. Sie verurteilen niemanden. Sie hören zu, analysieren gemeinsam mit Ihnen die Situation und zeigen konkrete Wege aus der Sucht auf – von ambulanten Gesprächen bis hin zu stationären Therapien.

6. Werkzeuge zur Selbstkontrolle: Nutzen Sie die Technik

Wir stellen Ihnen technische Hilfsmittel zur Verfügung, damit Sie Ihr Spielverhalten proaktiv steuern können. Warten Sie nicht, bis ein Problem entsteht. Nutzen Sie diese Tools ab Tag 1:

1. Einzahlungslimits (Deposit Limits)

Legen Sie fest, wie viel Geld Sie maximal pro Tag, Woche oder Monat auf Ihr Konto einzahlen können. Einmal gesetzt, greift eine Erhöhung des Limits erst nach einer Wartezeit von 7 Tagen (gesetzliche Vorgabe), während eine Senkung sofort wirksam wird.

2. Verlustlimits

Hiermit begrenzen Sie nicht das, was Sie einzahlen, sondern das, was Sie netto verlieren können. Wenn Sie beispielsweise 50 Euro gewonnen haben, können Sie mit diesem Gewinn weiterspielen, aber sobald Ihr ursprüngliches Budget verloren ist, stoppt das System.

3. Zeitlimits (Session Limits)

Verlieren Sie beim Spielen das Zeitgefühl? Setzen Sie sich ein automatisches Limit. Nach Ablauf einer bestimmten Zeit (z.B. 60 Minuten) werden Sie automatisch ausgeloggt.

4. Reality Check

In regelmäßigen Abständen (in Deutschland verpflichtend nach einer Stunde) unterbricht ein Pop-up das Spiel. Es zeigt Ihnen an, wie lange Sie schon spielen und wie viel Geld Sie gewonnen oder verloren haben. Sie müssen aktiv bestätigen, dass Sie dies zur Kenntnis genommen haben. Nutzen Sie diesen Moment für eine echte Pause.

5. Transaktionshistorie

Sie haben jederzeit vollen Einblick in Ihre Ein- und Auszahlungen sowie Ihre Spieleinsätze. Überprüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Wahrnehmung ("Ich habe kaum was ausgegeben") mit der Realität der Zahlen übereinstimmt.

7. Präventionstipps: So spielen Sie sicher

Verantwortungsvolles Spielen beginnt im Kopf. Mit den folgenden Grundregeln minimieren Sie das Risiko, die Kontrolle zu verlieren:

  • Das Budget steht fest: Legen Sie bevor Sie anfangen zu spielen genau fest, wie viel Geld Sie maximal verlieren dürfen. Betrachten Sie dieses Geld als "Ausgabe für Unterhaltung" – so wie das Geld für eine Konzertkarte. Wenn es weg ist, ist es weg.
  • Gewinne sind Bonus, kein Einkommen: Rechnen Sie niemals fest mit Gewinnen. Das Haus hat mathematisch immer einen Vorteil. Wer spielt, um seine Miete zu bezahlen, hat bereits verloren.
  • Keine Kredite: Spielen Sie niemals mit Geld, das Sie sich geliehen haben – weder von der Bank noch von Freunden.
  • Klarer Kopf: Alkohol, Drogen oder starke Medikamente beeinträchtigen Ihr Urteilsvermögen massiv. Spielen Sie niemals unter Einfluss berauschender Mittel.
  • Emotionale Stabilität: Spielen Sie nicht, wenn Sie wütend, traurig oder extrem gestresst sind. Glücksspiel ist kein Medikament gegen seelischen Schmerz.
  • Pausen machen: Legen Sie regelmäßig Pausen ein. Gehen Sie an die frische Luft. Das unterbricht den "Tunnelblick".
  • Andere Interessen pflegen: Sorgen Sie dafür, dass Glücksspiel nur ein kleiner Teil Ihrer Freizeitgestaltung bleibt. Wenn das Spielen andere Hobbys verdrängt, läuft etwas falsch.

8. Ratgeber für Angehörige und Freunde

Spielsucht ist nicht nur für den Betroffenen eine Last, sondern auch für das Umfeld. Partner, Kinder, Eltern und Freunde leiden oft massiv unter den finanziellen und emotionalen Folgen.

Wie erkenne ich Probleme bei anderen?

Was können Sie tun?

  1. Das Gespräch suchen: Sprechen Sie Ihre Sorgen in einem ruhigen Moment an, nicht während eines Streits. Nutzen Sie Ich-Botschaften ("Ich mache mir Sorgen, weil...", statt "Du bist süchtig!").
  2. Kein Geld geben: Das ist der wichtigste und härteste Punkt. Leihen Sie dem Betroffenen kein Geld und übernehmen Sie keine Schulden. Damit verlängern Sie die Sucht nur (Co-Abhängigkeit). Der Betroffene muss die Konsequenzen seines Handelns spüren, um änderungsbereit zu werden.
  3. Holen Sie sich selbst Hilfe: Es gibt Selbsthilfegruppen für Angehörige von Spielsüchtigen. Sie müssen diese Last nicht allein tragen.
  4. Fremdsperre: Wenn Sie beweise haben, dass eine Person spielsuchtgefährdet ist und sich selbst oder andere finanziell ruiniert, können Sie bei den Behörden (OASIS) eine Fremdsperre anregen.

9. Minderjährigenschutz

Wir nehmen den Jugendschutz extrem ernst. Unser Angebot richtet sich ausschließlich an Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Wir nutzen komplexe Verifizierungssysteme, um Alter und Identität zu prüfen. Sollte sich herausstellen, dass ein Minderjähriger versucht, unser Angebot zu nutzen, wird das Konto sofort gesperrt und die zuständigen Behörden werden informiert.

Tipp für Eltern:

Wenn Sie Ihren Computer oder Ihr Smartphone mit Minderjährigen teilen, nutzen Sie Filtersoftware (z.B. Net Nanny oder CyberSitter), um den Zugriff auf Glücksspielseiten zu blockieren. Lassen Sie Ihr Gerät nicht unbeaufsichtigt eingeloggt, wenn Kinder in der Nähe sind.

Abschließendes Wort

Wir möchten, dass Sie bei uns eine gute Zeit haben. Aber wir möchten noch mehr, dass Sie sicher und gesund bleiben. Bitte nehmen Sie die Informationen auf dieser Seite ernst. Sollten Sie Fragen zu unseren Limits oder Schutzmaßnahmen haben, steht Ihnen unser Kundenservice jederzeit zur Verfügung – nicht um Sie zum Spielen zu animieren, sondern um Sie zu schützen.

Spielen Sie mit Verstand. Kennen Sie Ihre Grenzen.